ENERPAC - Hydraulische Spanntechnik Seite 207
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Spanntechnik 2.1.3 Arten des Bestimmens Da es für das Bestimmen nicht unbedingt erforderlich ist, alle sechs Freiheitsgrade zu entziehen, werden in der Praxis folgende drei Arten des Bestimmens unterschieden. Abbildung 4a: Halbbestimmen. Das Werkstück wird nur bezüglich einer Fläche festgelegt (Entzug von drei Freiheitsgraden). Abbildung 4b: Bestimmen. Das Werkstück wird bezüglich zweier Flächen festgelegt (Entzug von fünf Freiheitsgraden). Abbildung 4c: Vollbestimmen. Das Werkstück wird mit Bezug auf drei Flächen festgelegt (Entzug von sechs Freiheitsgraden). 2.1.4 Vermeiden des Überbestimmens a. Werkstück mit Bestimmebenen b. Überbestimmtes Werkstück c. Richtig bestimmtes Werkstück Um Fehler am Werkstück zu vermeiden, darf das Bestimmen auf keinen Fall zu einer Überbestimmung des Werkstücks führen. Sie liegt dann vor, wenn hinsichtlich einer Bezugsebene in einer Richtung mehr als eine Bestimmebene (Kontaktfläche zwischen Werkstück und Vorrichtungselementen) auftritt. Bei dem in Abbildung 5a dargestellten Werkstück soll die mit den Maßen a und b festgelegte obere Aussparung planparallel zur Bezugsebene bearbeitet werden. Die Bestimmebene (1) ist für das Maß b mit der Bezugsebene identisch. Die Bestimmebene (2) ist für das Maß a mit der Bezugsebene identisch. Um einem Durchbiegen des Steges b-c bei der Bearbeitung vorzubeugen, wurde eine dritte Bestimmebene (3) vorgesehen. Wird nun ein Werkstück (6) in die Spannvorrichtung (4) eingelegt (Abbildung 5b) kommt es zu einer Überbestimmung, da zwar der Abstand der Bestimmflächen (1) und (3) (Einstellfläche, Führungsfläche, Stützfläche) in der Vorrichtung konstant, jedoch das Maß c der einzelnen Werkstücke unterschiedlich ist. Dieses Überbestimmen wirkt sich als Fehler in den Maßen a und b aus. Überbestimmung kann auch auftreten, wenn ein Werkstück (Abbildung 5) von zu vielen Bestimmpunkten eingeschränkt wird. Die Einführung von mehr als drei Bestimmpunkten entlang der Lageroberfläche oder von www.enerpacwh.com Wenn das zu bearbeitende Werkstück zum Verhindern von Absenkung unterstützt werden muss, sind alle anderen Auflagepunkte als Variablen zu definieren und müssen diese je nach dem zu bearbeitenden Werkstück definiert werden. Abbildung 4a Halbbestimmtes Werkstück. Der Vorgang Bestimmen unterliegt einigen Gestaltungsregeln, welche aber niemals ohne Ausnahmen gesehen werden sollten: • Immer nach dem Vorbearbeitungszustand des Werkstücks die Bestimmpunkte anordnen. Bearbeitete Stellen zur Bestimmung vorziehen. • Die in der Bestimmfläche liegenden Bestimmpunkte mit möglichst großem Abstand festlegen. Abbildung 4b Bestimmtes Werkstück • Spannpunkte so anordnen, dass die Bestimmlage beim Spannvorgang erhalten bleibt. • Um kurze Kraftflusswege im Werkstück zu erreichen, sollten die Bestimmpunkte möglichst gegenüber den Spannpunkten angeordnet sein. Das Spannen eines Werkstücks gegen die Bestimmebenen kann mittels drei, zwei oder auch nur einem Spannpunkt erfolgen. Abbildung 4c Vollbestimmtes Werkstück • Um eine unbestimmte Anzahl von Berührungspunkten zu vermeiden, sollte ein Werkstück nicht auf einer durchgehenden Fläche bestimmt werden. 3 Spannen Spannen ist das sichere Festhalten bereits lagebestimmter Werkstücke in der Vorrichtung während der Fertigung, wobei jedoch der zuvor erfolgte Bestimmvorgang nicht wieder rückgängig gemacht werden sollte. Das Bestimmen und Spannen ist also immer als ein kombiniertes Problem anzusehen. Das Spannen erfolgt durch Zufuhr von Energie mit Hilfe von manuell, pneumatisch, hydraulisch oder elektrisch angetriebenen Spannorganen. Häufig werden beim Spannvorgang auch Bestimmorgane, wie z. B. Bestimmzylinder, mitbenutzt. In diesen Fällen ist jedoch der Bestimmvorgang gerade beendet, wenn der Spannvorgang beginnt. Verbunden mit dem Spannen ist immer die Weiterleitung des Kraftflusses in der Vorrichtung zu sehen, der auf möglichst direktem Wege von den Spannkraft-Einleitungsstellen durch das Werkstück zu den Auflagepunkten geführt werden sollte Abbildung 5a Werkstück mit Bestimmebene Abbildung 5b Überbestimmung eingepasstes Werkstück Gelbe Seiten Abbildung 5c stellt dar, wie ein Werkstück richtig bestimmt wird. Hierbei muss jedoch, um ein Kippen des Werkstücks zu vermeiden, das Drehmoment „M“, welches von dem Werkzeug (5) auf den zu bearbeitenden Körper (6) übertragen wird, durch ein Gegenmoment ausgeglichen werden. Dieses Gegenmoment ist dann von der Spannkraft „F“ aufzubringen. mehr als zwei Punkten in der Führungsebene oder mehr als einem Punkt in der Stützebene können zu ungewünschter Werkstückbewegung führen und so die Genauigkeit des Endprodukts negativ beeinträchtigen. Jeder zusätzliche Stützpunkt muss einstellbar sein. Abbildung 5c Richtig bestimmt eingepasstes Werkstück 207
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