ALUNOX Handbuch Schweißtechnik Seite 95
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Schweißzusätze Fülldrahtelektroden unlegiert • FCW 11 • FCW 12 • FCW 21 • FCW 30 niedriglegiert • FCW 140 • FCW 201 hochlegiert • AX-FD-DW307 • AX-FD-DW308L • AX-FD-DW308LP • AX-FD-DW309L • AX-FD-DW309LP • AX-FD-DW309MoL • AX-FD-DW309MoLP • AX-FD-DW310 • AX-FD-DW316L • AX-FD-DW316LP • AX-FD-DW329A Fülldraht Fülldrahtelektroden Das Schweißen mit Füldrahtelektroden ist wie das Schweissen mit einer Massivdrahtelektrode ein Metall-Lichtbogen-Schweißprozeß mit abschmelzender Elektrode. Die verwendeten Stromquellen und die Vorschubeinheit sind gleich, ebenso wie das Schlauchpaket, teilweise werden bei besonders empfindlichen Fülldrähten Teflon- statt der üblichen Stahlseelen verwendet. Fülldrahtelektroden bestehen aus einem Mantel und einer eingeschlossenen Füllung. Der Stromübergang erfolgt im Gegensatz zu einem Massivdraht fast ausschließlich über den relativ dünnen Mantel und nicht über den gesamten Querschnitt. Dies führt dazu, dass die Stromdicht bei einem Fülldraht sehr viel höher ist als bei einem Massivdraht. Der Fülldraht schmilzt schneller ab, der Drahtvorschub muss gegenüber dem Massivdraht um 1-2 m/min erhöht werden. Dies führt zu einem zeitlichen und wirtschaftlichen Vorteil bereits in der waagrechten Position. Der Lichtbogen von Fülldrahtelektroden ist breiter und mehr glockenförmig im Vergleich zu dem spitzen und mehr in die Tiefe gehenden Lichtbogen von Massivdrahtelektroden. Die Nahtflanken werden besser aufgeschmolzen, Bindefehler sind praktisch unbekannt. Durch das etwas größere Schweißbad ist auch die Ausgasung besser, der Fülldraht ist weniger empfindlich gegenüber Poren als der Massivdraht, die Spritzer-neigung ist ebenfalls geringer. Es gibt 2 Arten von Fülldrahtelektroden, die gasgeschützten, bei denen das Schutzgas von außen hinzugeführt wird und die selbstschützenden, die aufgrund ihrer Füllung während des Schweißprozesses ihr Schutzgas selbst erzeugen. In der Praxis werden diese Fülldrähte fast ausschließlich für zum Auftragschweißen verwendet. Bei den gasgeschützten Typen unterscheidet man schlackeführende Fülldrähte, d.h. nach dem Schweißen ist die Naht von Schlacke bedeckt und Metallpulver-Fülldrähte ohne Schlacke. Bei den schlackeführenden gibt es rutile und basische Fülldrahtelektroden. Rutile Fülldrahtelektroden Rutile Fülldrahtelektroden haben einen sehr feintropfigen und fast spritzerfreien Tropfenübergang. Sie schweißen ausschließlich im Sprühlichtbogenbereich. Wurzelschweißungen sind daher nur mit Badsicherung möglich. Es gibt Typen mit schnell und mit langsam erstarrender Schlacke. Un- und niedriglegierte Fülldrähte haben fast ausschließlich eine schnell erstarrende Schlacke. Diese Schlacke stützt das Schweißgut bereits vor seiner endgültigen Erstarrung ab und ermöglicht dadurch ein äußerst wirtschaftliches Schweißen mit hohem Strom auch in der Zwangslage (PF, PD, PE). Es kann praktisch doppelt so schnell wie mit einem Massivdraht geschweißt werden. Rutile Fülldrähte mit langsam erstarrender Schlacke werden vorzugsweise im hochlegierten Bereich verwendet. Durch die langsame Erstarrung wird die Schweißnaht besser geformt, sie ist glatter und sauberer. Dies bedeutet gleichzeitig auch weniger Nacharbeit. Die Anwendung ist allerdings auf die Schweißpositionen PA, PB, PC beschränkt. Basische Fülldrahtelektroden sind etwas grobtropfiger und spritzeranfälliger als rutile. Das Schweißgut ist sehr rißsicher und hat auch bei tiefen Temperaturen eine hohe Zähigkeit. Die Wanddicke ist unbegrenzt. Sie sind gut geeignet für höher gekohlte Stähle und für spannungsbehaftete Konstruktionen. Mit reduziertem Strom sind sie auch in der Wurzel- und in der Zwangslage verwendbar. MetallpulverFülldrahtelektroden haben einen sehr feintropfigen und praktisch spritzerfreien Tropfenübergang. Sie bilden keine Schlacke bis auf einige Silikate und sind daher sehr gut für automatische Prozesse verwendbar. Sie sind hoch strombelastbar und haben gleichzeitig im niedrigen Strombereich eine sehr gute Spaltüberbrückung für die Wurzelschweißung. Sie werden vorzugsweise in den Positionen PA, PB, PC verschweißt, in der Zwangslage muss der Strom reduziert werden. 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 A 186 | ALUNOX Handbuch | | ALUNOX Handbuch | 187
161 Seiten | Gültig bis 12/2020 | Vorherige Seite | Nächste Seite
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