ALUNOX Handbuch Schweißtechnik Seite 22
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Bau und Feinkornbaustähle Baustähle haben einen Kohlenstoffgehalt (C) von 0,10-0,60% und ein vorgeschriebenes Kohlenstoffäquivalent (CEV). Sie werden entweder im warmumgeformten (AR=As Rolled), normalgeglühten (N) oder kaltumgeformten (K) Zustand angeliefert. Mittellegiert Schweißzusätze Un-/Mittellegiert Massivdraht/ WIG-Stäbe unlegiert • AX-SG2 • AX-SGZink • AX-SG3 • AX-WSG2 Massivdraht/ WIG-Stäbe niedriglegiert • AX-Mo • AX-CrMo1 • AX-CrMo2 • AX-Ni2,5 • AX-NiCu • AX-NiMo • AX-NiMoCr • AX-NiMoCr90 Gasschweißstäbe • AX-G I • AX-G II • AX-G III • AX-G IV Baustähle wie S235JR, S275J0 oder S355J2 werden im Stahlbau verwendet. Diese Stähle sind schweißbar und können spannungsarmgeglüht werden. Baustähle wie E295, E335 und E360 werden im Maschinenbau verwendet. Wegen des höheren Kohlenstoffgehaltes sind sie nur bedingt schweißbar und dürfen im abnahmepflichtigen Stahlbau nicht verwendet werden. Dies gilt auch für den Stahl S185 wegen des nicht spezifizierten Kohlenstoffgehaltes. Baustähle sind in EN 10025-2 genormt Feinkornbaustähle haben ein feinkörniges Gefüge mit einer Ferritkorngröße <6, einen max. C-Gehalt von 0,20%, ein eingeschränktes Kohlenstoffäquivalent und dadurch sehr gute Schweißeigenschaften. Sie sind mikrolegiert, alte-rungsbeständig und haben im kaltzähen Bereich bessere Zähigkeitseigenschaften als Baustähle. Es gibt normalgeglühte (N), thermomechanisch behandelte (M) und vergütete (Q) Feinkornbaustähle. Normalgeglühte (N) Feinkornbaustähle werden einer normalisierenden Wärmebehandlung unterzogen. Sie haben 0,2%-Dehngrenzen von 275-460 MPa und sind in EN 10025-3 genormt. Thermomechanisch behandelte (M) Feinkornbaustähle erreichen ihre Festigkeit und Zähigkeit durch einen Walzprozess mit gezielter Temperaturführung. Dadurch werden 0,2-Dehngrenzen bis zu 960 MPa erreicht. Sie sind in EN 10025-4 genormt Vergütete Feinkornbaustähle sind zusätzlich mit Cr, Mo und Ni legiert. Durch eine nachfolgende Vergütungsbehandlung können 0,2-Dehngrenzen bis 1300 MPa erreicht werden. Sie sind in EN 10025-6 genormt. Wetterfeste Baustähle sind mit Chrom und Kupfer legiert und bilden an der Atmosphäre eine dichte und fest haftende Schicht, die eine weitere Korrosion verhindert. Sie sind in EN 10025-5 genormt. Sie werden artgleich geschweißt. Schweißen von Bau- und Feinkornbaustählen Schweißzusätze sind nach den Mindestanforderungen an die mechanischen Gütewerte des Grundwerkstoffes auszuwählen. Schweißgeeignete Bauund Feinkornbaustähle sind ab Wanddicken von 30 mm ( bis 355 MPa Streckgrenze) bzw. ab 20 mm (>355 MPa Streckgrenze) auf 100-150°C vorzuwärmen. Bei höherfesten Feinkornbaustählen mit einer 0,2-Dehngrenze von 460-550 MPa ist bereits ab ca. 12 mm, ab einer 0,2%-Dehngrenze von 550 MPa schon ab 8 mm vorzuwärmen. Wegen der Kaltrissgefahr sind bei höherfesten Feinkornbaustählen nur wasserstoffkontrollierte Schweißzusätze zu verwenden, z.B basische Stabelektroden. Zusätzlich sind die Vorgaben der EN 1011-2 zu beachten. Warmfeste Stähle Baustähle sind nur bis Temperaturen von ca. 350°C verwendbar. Darüber hinaus findet eine wesentliche Festigkeitsminderung durch Kriech- und Fließvorgänge statt. Warmfeste Stähle sind mit Cr, Mo, V, W, Co, Ti und Nb legiert. Durch Mischkristall- und Bildung von Sonderkarbiden wird eine Erhöhung des Kriechwiderstandes erreicht. Man unterscheidet: Ferritisch perlitische Stähle P265GH, P355GH und 16Mo3 Bainitische Stähle 13CrMo4-5, 10CrMo9-10 und P23/P24 Martensitische 9-12% Cr-Stähle P91, P92, E911 und X20CrMoV12-1 Schweißen von warmfesten Stählen Warmfeste Stähle werden grundsätzlich artgleich ge-schweißt. Ferritisch perlitische Stähle werden erst ab Wand-dicken von 25 mm (P265GH) sowie 15 mm (16Mo3) auf ca. 150°C vorgewärmt. Bainitische und martensitische Stähle sind Lufthärter und müssen daher immer vorgewärmt (100300°C) und wärmebehandelt werden. Bei martensitischen Stählen ist die korrekte Einhaltung der Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur noch wichtiger. Martensitische Stähle müssen je nach Wanddicke in einem Zyklus aus der Schweißwärme über eine Zwischenabkühlung direkt wärmebehandelt werden. Die vorgegebene Wärmebehandlungstemperaturund Zeit ist exakt einzuhalten. 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 A 40 | ALUNOX Handbuch | | ALUNOX Handbuch | 41
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