ALUNOX Handbuch Schweißtechnik Seite 12
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Hochlegiert Schweißzusätze Hochlegiert Massivdrähte/WIG-Stäbe • • • • • • • • • • • • • • • • AX-307 AX-308L AX-309L AX-309LMo AX-309 AX-310 AX-312 AX-316L AX-317L AX-318L AX-347L AX-410 AX-904L AX-2293 AX-2594 AX-2551 AX-4370 AX-4316 AX-4332 AX-4459 AX-4829 AX-4842 AX-4337 AX-4430 AX-4438 AX-4576 AX-4551 AX-4009 AX-4519 AX-4462 AX-4501 AX-4820 Nichtrostender Stahl Nichtrostende Stähle sind per Definition Eisenlegierungen, die mindestens 10,5% Chrom und maximal 1,2% Kohlenstoff enthalten. Die wesentliche Eigenschaft der nichtrostenden Stähle ist ihre Korrosions-beständigkeit, bedingt durch die Bildung einer schützenden Passivschicht. Die Wirksamkeit der Passivschicht steigt mit dem Chromgehalt. Durch Erhöhung des Chromgehaltes auf ca. 18% vergrößert sich die Korrosionsbeständigkeit und die Passivschicht wird stabiler. Durch weitere Zugabe von Molybdän wird die Beständigkeit gegenüber Loch- und Spaltkorrosion erhöht, eine Zugabe von Nickel erweitert das Austenitgebiet und verbessert die Duktilität und das Umformvermögen sowie die Schweißbarkeit. Weitere Legierungselemente die die Korrosionsbeständigkeit und die Festigkeit erhöhen sind z.B. Kupfer und Stickstoff. Kohlenstoff beeinflusst durch die Chromkarbidbildung negativ die Korrosionsbeständigkeit. Der C-Gehalt wird bei austenitischen CrNi-Stählen auf 0,08% begrenzt, oftmals wird Nb und/oder Ti hinzu legiert, um den Chrom zu stabilisieren. Ferritische und martensitische Cr-Stähle können auch höhere C-gehalte aufweisen. Je nach Legierungsanteil und dem daraus resultierendem Gefüge unterscheidet man z.B. nach EN 10088: • ferritische Stähle mit hauptsächlich 0,03-0,08% C und 10,5-18,5% Cr. Zusätzlich können bis zu 1% Nb oder 0,7% Ti hinzu legiert sein. • martensitische Stähle mit hauptsächlich 0,08-1,20% C und 11,0-19,0% Cr. Zusätzlich können bis zu 10,2% Ni, 2,8% Mo und 5,0% Cu hinzu legiert sein. • austenitisch-ferritische (Duplex) Stähle mit hauptsächlich 0,03-0,05% C, 18-30% Cr, 3,5-8,0% Ni, 0,10-4,5% Mo und 0,050,40% N. Zusätzlich kann bis zu 3% Cu hinzu legiert sein. • austenitische Stähle mit hauptsächlich ≤0,015-0,15%C, 16-28% Cr, ≤2,0-35% Ni, und ≤2,0-10,5% Mn. Zusätzlich können bis 8%Mo, 0,55% N, 1,0% Nb und 0,7% Ti hinzu legiert sein. Schweißen von nichtrostenden Stählen Ferritische Stähle neigen in der Wärmeeinflusszone (WEZ) beim Schweißen zum Kornwachstum, welches sich durch eine nachfolgende Wärmebehandlung nicht beseitigen lässt. Zusätzlich können sich je nach C-Gehalt Karbide ausscheiden, die die Zähigkeit weiter vermindern. Ähnliche Auswirkungen sind im Schweißgut artgleicher Zusätze zu erwarten. Aus diesem Grund werden, wann immer möglich, zum Schweissen austenitische Schweißzusätze verwendet. Außer wenn Farbgleichheit gefordert ist oder bei Angriff von schwefelhaltigen Gasen. Um Schweißeigenspannungen zu vermindern, sollte auf 200-300°C vorgewärmt werden. Eine nachfolgende Wärmebehandlung bei 700-750°C kann ebenfalls zur Verbesserung der Zähigkeit beitragen. Martensitische Stähle sind grundsätzlich nur bedingt schweißgeeignet. Bei C-Gehalten von >0,15% ist von einer Verbindungsschweißung abzuraten. Martensitische Stähle müssen immer vorgewärmt und wärmebehandelt werden. Wegen der Gefahr der wasserstoffinduzierten Risse im martensitischen Schweißgut sollten basische Stabelektroden und Fülldrähte sowie basisches UP-Pulver verwendet werden. Weichmartensitische Stähle haben einen sehr niedrigen CGehalt von <0,05% und einen Ni-Gehalt von 1-6%. Dadurch bildet sich ein „weicher“ Martensit mit guter Zähigkeit, die durch nachfolgende Wärmebehandlung noch verbessert wird. Sie werden artgleich mit Schweißzusätzen geschweißt. die einen niedrigen Wasserstoffgehalt von ≤ 5 ml/100 g im Schweißgut aufweisen müssen. Wegen der auftretenden Spannungen bei der Martensitumwandlung sollte die Vorwärmung max. 100°C, die Zwischenlagentemperatur 100-160°C betragen. Austenitische Stähle und Duplex-Stähle werden möglichst artgleich geschweißt. Eine Vorwärmung ist normalerweise nicht erforderlich, die Zwischenlagentemperatur sollte wegen der Heißrissempfindlichkeit, vor allem bei vollaustenitischen Stählen, auf max. 120-180°C begrenzt werden. 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 A 20 | ALUNOX Handbuch | | ALUNOX Handbuch | 21
161 Seiten | Gültig bis 12/2020 | Vorherige Seite | Nächste Seite
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